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Städtischer Musikverein Soest e. V.

Unser Konzert in Neu St.Thomae
Sonntag, 14. September 2014, 17 Uhr

Michael Busch mit dem Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Solisten und Orchester
Michael Busch, Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Solisten und das Projektorchester (Foto: Helmstetter)

Dido and Aeneas von Henry Purcell

Die Barockoper 'Dido und Aeneas' von Henry Purcell führten wir am 14 September 2014 um 17:00 Uhr in Neu St. Thomae auf. Es handelte sich um die konzertante Aufführung in englischer Sprache. Das Konzert fand im Rahmen von SoestArt statt und wurde eingeleitet mit einer lebendigen Werkeinführung durch Peter Griffith mit mehreren Musikbeispielen.

Dido and Aeneas ist eine Oper in drei Akten von Henry Purcell. Ihre erste Aufführung erlebte sie in den 1680er Jahren in London. Die Oper ist musikalisch deswegen bemerkenswert, weil es in ihr fast keine eigenständigen Arien gibt und dem Chor eine ungewöhnlich tragende Rolle zukommt.

Resonanzen

Der Soester Anzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 17. September 2014:

"Orpheus britannicus" in üppiger Klangpracht

Konzertante Aufführung von Purcells "Dido und Aeneas" in der Thomaekirche SOEST

Rangiert das Purcell fälschlicherweise zugeschriebene "Trumpet voluntary" auf hohem Bekanntheitsniveau, so ist das Werk Dido und Aeneas des an Westminster Abbey im 17. Jahrhundert tätigen Komponisten wohl eher weniger bekannt. Umso erfreulicher, dass Michael Busch als Leiter des Chores des Städtischen Musikvereins, mit  Cornelia Fisch als Mitleiterin des Singkulturhauses Almaviva alle Jahre immer wieder in hoher künstlerischer Verantwortung langatmig und beharrlich ein lohnenswertes Projekt realisieren.

In diesem Jahr also "Dido und Aeneas", eine bis 1689 entstandene Oper von Henry Purcell, das Sujet gründet auf die dramatische Liebesbeziehung der beiden gesellschaftlich hoch gestellten Protagonisten, eingebunden in komplexe politische Verhältnisse.

Anforderungen an das Ensemble

Purcells Musik stellt hohe Anforderungen an die Ausführenden: Die enorme dramatische Spannung wird in kurzzeitig wechselnden Verhältnissen mit Mitteln der im Barock üblichen musikalischen Rhetorik dargestellt, die gegensätzlichen Affekte von überschwänglicher Freude bis zu tief betroffener Niedergeschlagenheit durch am Text orientierte differenzierte musikalische Gestaltung gezeichnet.

Diese Herausforderungen nehmen zunächst die Solisten mit bravouröser Könnerschaft an: Cornelia Fisch strahlt in den nuancenreichen Facetten des empfindsamen Seelenlebens der Dido, nicht minder der bewegliche Sopran der Pamela Heuverlmanns, die in der Rolle der Belinda versucht, ihrer Vertrauten Zuversicht zuzusprechen, beide übrigens in über die Gestaltung der Musik hinausweisendem intensiven mimischem und gestischem Kontakt – für den Hörer und „Erleber“ eine szenische Darstellung vorstellbar machend.

Maskuline Entschlossenheit

Diesem schließt sich Michael Rapke in der Rolle des zwischen maskuliner Entschlossenheit und abwägenden Entscheidungsnöten schwankenden Aeneas an. Die Altistin Irmhild Wicking zeichnet die boshafte Arglistigkeit und Häme der Zauberin mit eindrücklichen stimmlichen und körpersprachlichen Mitteln.

Eine Besonderheit sind eine Reihe von aus den Reihen des Chores besetzten Nebenrollen, nicht ledigliche Einwürfe, sondern auskomponierte Passagen, die intensiver Vorbereitung bedürfen und dazu einer sicheren Konstitution, vor allem in Bezug zu den professionellen Kollegen – wirklich sehr respektabel.

Der Chor wird in das dichte Geflecht der Solisten eingebunden, es gibt keine vorbereitet erwarteten „Chornummern“, besonders eindrucksvoll zum Beispiel das von den Hexen aufgenommene, polyphon einsetzende hämische Lachen, hier zeigte sich die unmittelbare Präsenz und Prägnanz der Choristen – die stimmliche Arbeit ist unüberhörbar.

Dem Streichorchester, bestehend aus Dozenten der Musikschule des Städtischen Musikvereins und einiger Aushilfen wird von Purcell ein diffiziler Part zugewiesen: auf italienischen Barock gründende Orchesterbehandlung mit Wechseln von homophonen und rhythmisch und motivisch filigranen fugaten Abschnitten. Klaus Esser als Konzertmeister integriert die Violinen zu verschmelzender Geschlossenheit, der Klang bleibt durchsichtig und plastisch. Der stets präsente Generalbass wird durch Yuko Uenomoto am Cello und Angelika Ritt-Appelhans am Cembalo, beispielhaft dargestellt.

Mut zur Fortsetzung

Busch leitet alle beteiligten Kräfte mit klarem und anspornendem Dirigat. Zu Beginn des Konzertes gab Peter Griffith als hier tätiger Schauspieler und Sänger aus seinem besonderen Wissenshintergrund launig vorgetragene Hörhilfen zum Verständnis des Werkes. Der lang anhaltende Applaus war Zeugnis derartig gelungener wechselseitigen Beziehung und macht Mut zur Fortsetzung. WL

Ausführende

Cornelia Fisch – Dido (Sopran), Michael Rapke – Aeneas (Bariton), Pamela Heuvelmans – Belinda (Sopran), Irmhild Wicking – Zauberin (Alt), Andrea Teutenberg – 1. Hexe (Sopran), Charlotte Helmstetter – 2. Hexe (Alt), Lara Zerbst – Geist der Zauberin - Merkur (Sopran), Martin Zeug – 1. Matrose (Tenor), Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Projektorchester, Leitung: Michael Busch. Einführung: Peter Griffith.

Programm

Henry Purcell: Dido and Aeneas
Ausführliche Einführung in das Werk mit ausgewählten Musikbeispielen

Fotogalerie

Michael Busch mit dem Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Solisten und Orchester
1. Hexe (Andrea Teutenberg) und 2. Hexe (Charlotte Helmstetter) (Foto: Helmstetter)

Michael Busch mit dem Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Solisten und Orchester
Aeneas (Michael Rapke) und Dido (Cornelia Fisch) (Foto: Helmstetter)

Michael Busch mit dem Chor des Städtischen Musikvereins Soest, Solisten und Orchester
Belinda (Pamela Heuvelmans) und Zauberin (Irmhild Wicking) (Foto: Helmstetter)

das vorherige Konzert

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